Minimalinvasive Hüftprothese / vorderer Zugang zur Hüfte
Der minimalinvasive Hüftgelenksersatz über den direkten vorderen Zugang wird häufig auch mit Begriffen wie DAA (Direct Anterior Approach) oder AMIS® in Verbindung gebracht. Ich selbst verwende immer den minimalinvasiven, direkten vorderen Zugang / DAA, sofern dieser aus medizinischer Sicht sinnvoll ist.
Für mich steht dabei nicht ein Markenname oder eine bestimmte Marketingbezeichnung im Vordergrund, sondern die Frage, welcher operative Zugang für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten das beste und sicherste Ergebnis erwarten lässt. Entscheidend sind daher primär nicht nur Zugang und Narbenlänge, sondern vor allem Anatomie, Implantatauswahl, Stabilität, Funktion und eine hochwertige Rehabilitation.
Ein wesentlicher Teil meines Behandlungskonzepts ist die individuell abgestimmte Implantatauswahl sowie die sorgfältige präoperative Planung. Bei geeigneter Ausgangssituation kann auch eine ästhetisch unauffällige Schnittführung, etwa im Sinne eines Bikini-Schnitts, in Betracht gezogen werden. Im Vordergrund stehen jedoch immer Sicherheit, Funktion und langfristige Belastbarkeit.
Wie bei allen endoprothetischen Eingriffen ist auch bei der minimalinvasiven Hüftprothese die gesamte Patientenreise entscheidend: gute Vorbereitung, strukturierte Zusammenarbeit mit Physiotherapie und Behandlungsteam sowie persönliche Nachbetreuung bei mir in Wien oder Graz. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit zurückzugeben und eine möglichst rasche Rückkehr in Alltag und Aktivität zu unterstützen.
Häufige Fragen zur minimalinvasiven Hüftprothese
DAA steht für Direct Anterior Approach, also den direkten vorderen Zugang zum Hüftgelenk bei der Implantation einer Hüftprothese.
Minimalinvasiv bedeutet salopp übersetzt „wenig eindringend“. Hierbei sind wichtige Faktoren wie die Hautschnittlänge, die Durchtrennung oder Verletzung von Muskel- und Weichteilgewebe und möglichst wenig Knochensubstanzverlust durch Auswahl eines knochensparenden Implantats gemeint. Generell gilt: Je weniger Schaden dem Körper während der Operation zugefügt wird, desto schmerzärmer und schneller ist die Gelenksfunktion wieder hergestellt, gleichbedeutend mit einem besseren Endergebnis.
AMIS ist eine von der Firma Medacta geprägte bzw. geschützte Bezeichnung für eine spezielle Form des anterioren, minimalinvasiven Zugangs zur Hüfte mittels firmenspezifischem Instrumentarium.
Nein. AMIS bezeichnet keinen eigenen Implantattyp, sondern eine Zugangstechnik bzw. ein spezifisches Methodenkonzept. Die Hüftprothese selbst wird individuell nach Anatomie, Knochenqualität und funktionellen Anforderungen ausgewählt. Allerdings eignet sich nicht jedes Implantat für den minimalinvasiven Zugang.
Nein. Ob ein minimalinvasiver vorderer Zugang sinnvoll ist, hängt von Anatomie, Vorbefund, Implantattyp und individuellen Risikofaktoren ab.
Eine sehr wichtige. Frühe Mobilisation, physiotherapeutische Begleitung und eine strukturierte Nachbetreuung sind zentrale Bestandteile des Behandlungserfolgs. Ich bin ein Verfechter der „Prehabilitation“. Also dem Optimieren der Gelenks- und Muskelfunktion bereits vor dem eigentlichen Eingriff.